Doppelsieg beim eigenen Turnier (Bericht 08./09.11.14)

SCHWABACH (ws) – Ein doppeltes Happy-End gab es am Sonntagnachmittag zum Abschluss der 31. Auflage des Hallenhockeyturniers für Damen und Herren des TV 1848 Schwabach um die Wanderpokale der Stadt Schwabach. Nach 36 Spielen in der vereinseigenen Jahnhalle und der städtischen Hans-Hocheder-Halle standen die beiden Heimmannschaften als verdiente Sieger der Mammutveranstaltung fest. Einen solchen Doppelerfolg hatte es zuletzt im Jahr 2001 gegeben.

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Bei den Damen spielten die acht vertretenen Mannschaften zunächst in zwei Vierergruppen. Die 48erinnen hatten es dabei im Auftaktspiel mit dem HCL Rot-Weiß München zu tun und brauchten dabei eine gewisse Anlaufzeit. Erst in der 17. Minute fiel das verdiente Führungstor. Mit dem Halbzeitpfiff (man spielte 2x25 Minuten, in der Endrunde 2x20) fiel das 2:0. In den ersten acht Minuten nach dem Seitenwechsel zog Schwabach auf 5:0 davon, ehe die Gäste zu zwei Treffern kamen. Mit dem Schlusspfiff verwandelten die Turnerinnen noch eine Kurze Ecke zum ungefährdeten 6:2-Erfolg. Im zweiten Sonntagsspiel gerieten die 48erinnen gegen den ESV Dresden nach zwölf Minuten zunächst in Rückstand, nahmen dies aber zum Startsignal für eigene Treffer. Noch vor der Pause hatten Silvia Rudolf, Julia Pfeiffer und Katharina Oeser den Spielstand auf 3:1 gedreht. Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die 48erinnen und erhöhten Zug und Zug bis auf 6:1 (Steffi Bauer, Judith Steiner und Silvia Rudolf). Kurz vor Schluss gelang Dresden noch eine Ergebniskosmetik zum 2:6.

Am Sonntagmorgen kam es im letzten Gruppenspiel zur Entscheidung um den Gruppensieg, da auch der Gegner, der Braunschweiger HTC zuvor beide Spiele gewonnen hatte. Die 48erinnen waren in diesem Spiel insgesamt leicht überlegen, brauchten allerdings recht viele Chancen, um zu Toren zu kommen. Erst in der 14. Minute brachte Victoria Vockentanz ihr Team bei einer Kurzen Ecke in Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Niedersächsinnen sorgten zwei sehr schöne Kombinationen, die von Billi Wehrer und Judith Steiner erfolgreich abgeschlossen wurden, für einen 3:1-Pausenvorsprung. Mit einem Doppelschlag in der 30./31. Minute glich Braunschweig erneut aus, wobei der Gast von Fehlern im Schwabacher Spielaufbau profitierte. Die 48erinnen kamen aber wieder zurück und sicherten sich durch einen Treffer von Anne Sellmann den 4:3-Sieg und Platz eins in der Gruppe.

Im Halbfinale traf man auf den SC Charlottenburg. Die Berlinerinnen, die von Steffi Hentschel, aus ihrer Schwabacher Zeit noch gut bekannt, betreut wurden, hatten in ihrer Gruppe die Spvgg Greuther Fürth und den HC Schweinfurt hinter sich gelassen, das entscheidende Spiel gegen den Gruppenersten HC Wacker München aber deutlich verloren. Die 48erinnen übernahmen sofort das Kommando und gingen durch zwei Treffer von Judith Steiner bis zur fünften Minute mit 2:0 in Führung. Es folgten schöne Möglichkeiten auf beiden Seiten mit einem Plus für Schwabach, doch die Torhüterinnen konnten mit guten Aktionen bis zur Pause ihre Kästen sauber halten. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Judith Steiner auf 3:0, aber nach einem schnellen Konter gelang Charlottenburg kurz darauf der Anschlusstreffer. Nun wurden die Gäste stärker und bedrängten das Schwabacher Tor, und aus einem Gewühl heraus gelang ihnen das 2:3. Zum Glück konnte Victoria Vockentanz einen Abpraller nach einem Schuss von Judith Steiner zum 4:2 verwerten, ehe die Gäste in der vorletzten Minute mit einem weiteren Konter zu ihrem dritten Treffer kamen. Beim verdienten 4:3-Sieg für Schwabach blieb es schließlich.

Im Endspiel trafen die Schwabacherinnen noch einmal auf Braunschweig, das das andere Semifinale mit 5:3 nach Siebenmeterschießen gegen Wacker München für sich entschieden hatte. Es entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem beide Teams trotz der vier in den Knochen steckenden Spiele noch einmal alles gaben, wobei die Heimmannschaft von den unermüdlichen Anfeuerungsrufen der Schwabacher Hockeykinder immer wieder nach vorne getrieben wurde. In der zehnten Minute gab es eine Schrecksekunde für Schwabach, als beim Nachschuss nach einer Kurzen Ecke für Braunschweig zunächst auf Tor entschieden wurden; wegen eines Regelverstoßes beim Nachsetzen korrigierten die Schiedsrichter jedoch ihre Entscheidung. In der 16. Minute konnte eine Gästespielerin bei einer Kurzen Ecke die Kugel nur mit dem Körper abwehren. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Silvia Rudolf zum 1:0. Dass man mit dieser Führung in die Kabine gehen konnte, war Torhüterin Steffi Bruckdorfer zu verdanken, die kurz vor der Pause mehrfach glänzend parierte.

Nach Wiederanpfiff hatte zunächst Christina Krick das 2:0 auf dem Schläger, doch die Gästetorhüterin parierte ihren Schuss nach einer Kurzen Ecke bravourös. In der 26. Minute rettete zunächst Paula Brandl bei einer Braunschweiger Ecke auf der Linie, im Gegenzug scheitete Judith Steiner an der Torhüterin. Sieben Minuten später konnte Braunschweig bei einer Schwabacher Ecke auf der Linie klären. Auch einen schönen Rückhandschlenzer von Christina Krick konnte die BTHC-Keeperin mit einem tollen Reflex über die Latte lenken, doch in einer ganz ähnlichen Situation kurz darauf rutschte die Kugel nach einem Schlenzer von Anne Sellmann vom Torwarthandschuh zum 2:0 ins Netz. Dies bedeutete zugleich den Endstand und die Rückgewinnung des Wanderpokals für die Schwabacher. Dass Bürgermeister Dr. Roland Oeser in diesem Jahr die Siegerehrung besonders gerne übernahm, wird man verstehen, wenn man bedenkt, dass seine Tochter Katharina in der Siegermannschaft stand.Turnier Damen 2

In der Herrenkonkurrenz gab es sogar drei Vierergruppen in der Vorrunde. Dabei startete neben der Oberligamannschaft auch das Team Schwabach 2. Letzteres schlug sich in seiner Gruppe durchaus beachtlich. Im Auftaktspiel gegen das Team 04 Supreme, eine Reisemannschaft des HC Lahr, brauchte man allerdings zu lang, um in die Partie zu kommen. Nach einem 0:1-Pausenstand lag man schon 0:2 hinten, ehe Michael Grünwald und Thomas Leberl noch die Treffer zum 2:2-Endstand gelangen. Im Spiel gegen den HC Schweinfurt sah die Schwabacher Reserve lange Zeit wie der Sieger aus, lag man doch nach dreizehn Minuten schon mit 4:1 in Führung, wobei Johannes Vydra alle vier Treffer erzielte. Doch bis kurz nach der Halbzeit hatte man den Vorsprung verspielt und konnte am Ende froh sein, beim 5:5 noch einen Punkt gerettet zu haben (weiterer Torschütze: Steffen v.d. Heyden). Am Sonntagmorgen musste man sich in einem müden Spiel der Überlegenheit des HCL RW München verdient mit 1:4 beugen, wobei Marc Gruner für den Ehrentreffer sorgte. Dadurch belegte man Rang drei in der Gruppe hinter Schweinfurt und München.

Die 1. Herren hatten in ihrer Gruppe im Auftaktspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg so ihre Probleme. Zwar ging man durch Treffer von Marc Trautvetter und Johannes Vydra früh in Führung, musste dann aber vier Gegentore in Folge hinnehmen, ehe Fabian Kramer auf 3:4 verkürzte. Nach dem Seitenwechsel erhöhte zunächst Augsburg auf 5:3; relativ rasch sorgten danach Johannes Vydra und Christian Leberl für den Ausgleich. Allerdings gingen die Schwaben noch einmal in Front und man konnte froh sein, durch das 6:6 von Johannes Vydra zumindest einen Punkt gesichert zu haben. Auch im zweiten Samstagspiel gegen den ESV Dresden lief es zunächst recht zäh und es dauerte bis zur 18. Minute, ehe Benedikt Runde das 1:0 gelang. Zwar glich Dresden kurz darauf durch einen Siebenmeter aus, doch konnte Benjamin Gräb in der 23. Minute für die 2:1-Pausenführung sorgen. Nach Wiederanpfiff dominierten die 48er klar und bauten die Führung Schritt für Schritt bis zum verdienten 6:1-Endstand aus (Torschützen: 2x Daniel d’Angelo, Nick Distler, Benedikt Runte).

Das letzte Gruppenspiel am Sonntagmorgen dominierten die 48er von Anfang an: In der ersten Minute brachte Daniel d’Angelo sein Team mit 1:0 in Front, Nach einer Viertelstunde Torflaute erhöhten Christian Ramspeck, Tim Schmidthammer und Nick Distler schon bis zur Pause auf 4:0. Nach dem Ehrentreffer der Gäste setzen Benjamin Gräb, Christian Leberl, Tim Schmidthammer, nochmals Christian Leberl und Marc Trautvetter der Torreigen bis zum auch in dieser Höhe verdienten 9:1-Sieg fort. Damit sicherte man sich den Gruppensieg und den Einzug ins Halbfinale. Dort traf man auf den Nürnberger HTC, dessen Bundesligareserve sich in der Gruppe drei gegen den HTC Würzburg, Pilsen Litice aus Tschechien und die Bayreuther TS durchgesetzt hatte.

In dem recht kampfbetonten Semifinale traf die 48er zunächst ein Schock, als Marc Trautvetter nach wenigen Minuten unabsichtlich einen Schläger ins Gesicht bekam und ausscheiden musste. Wie als Trotzreaktion erzielte Johannes Vydra kurz darauf das 1:0. Mit zwei spektakulären Stechertoren erhöhten Benjamin Gräb und wieder Johannes Vydra auf 3:0, ehe Daniel d’Angelo bei einer Kurzen Ecke das vierte Tor draufsetzte. Die Nürnberger vergaben zunächst einen Siebenmeter, kamen aber doch noch vor der Pause zu zwei Treffern aus dem Spiel heraus. Aufgrund des zweiten Treffers von Benjamin Gräb, der in eine mustergültige Vorlage von Johannes Vydra nur den Schläger hineinzuhalten brauchte, ging man mit 5:2 für Schwabach in die Kabinen. In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit zog der TV 1848 durch zwei Tore von Daniel d‘Angelo und einen Treffer von Tim Schmidthammer auf 8:2 davon, schaltete danach jedoch einen Gang zurück. So kam Nürnberg noch zu zwei Treffern zum 8:4-Endstand, wobei es noch knapper hätte werden können, wenn nicht Michael Ramspeck im Schwabacher Tor einige Mal glänzend reagiert hätte.

Im zweiten Halbfinale bezwang RW München, das sich nur als bester Gruppenzweiter qualifiziert hatte, den HC Schweinfurt mit 6:4 und war damit der Endspielgegner des 48er. In dieser sehr schnellen und von beiden Seiten mit hohem Einsatz gespielten Partie brachte Daniel d’Angelo sein Team nach fünf Minuten in Führung. In der Folgezeit gab es einige jedoch nicht wirklich zwingende Chancen auf beiden Seiten. Dramatisch wurde es allerdings in der vorletzten Minute vor der Pause, als zunächst die Münchner nur den Pfosten trafen und im Gegenzug Christian Ramspeck ganz knapp am Tor vorbeizielte. Kurz nach Wiederanpfiff jubelten die fast 200 Finalzuschauer schon, doch der Treffer von Christian Leberl konnte wegen eines vorherigen Regelverstoßes nicht gegeben werden. Kurz darauf scheiterte Daniel d’Angelo in aussichtsreicher Position am Münchner Torwart, im Gegenzug rauschte ein Münchner Schuss knapp am Tor vorbei. Mit zwei großartigen Reaktionen in einer Minute rettete Torhüter Michael Ramspeck die knappe Führung, auf der Gegenseite stand ihm der Münchner Keeper bei einem Vydra-Schuss nicht nach. Erlösend wirkte da das 2:0 von Nick Distler, der nach einem eigenen abgewehrten Schuss energisch genug nachsetzte. Als Benjamin Gräb kurz vor Schluss das 3:0 gelungen war, versuchten es die Gäste mit einem sechsten Feldspieler statt dem Torwart. Dieser Schuss ging freilich nach hinten los, die 48er konterten den Gast aus und Tim Schmidthammer konnte die Kugel zum 4:0-Endstand in den verwaisten Kasten schieben.

Bei der Siegerehrung, die er gemeinsam mit der Vorsitzenden des TV 1848 Gerda Braun vornahm, äußerte sich Stadtverbandsvorsitzender Helmut Gruhn beeindruckt von der großen Leistung der Finalisten am Ende eines so anstrengenden Turniers. Abteilungsleiter Werner Romann verabschiedete die Gäste mit dem Wunsch nach einem Wiedersehen im kommenden Jahr zum 32. Turnier.